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Mit einer neuen Jugendgruppe wollen die Burhofschützen Scholven auch Kinder im Alter zwischen 5 und 12 Jahren ansprechen. Nur ein ganz kleiner, grüner Punkt leuchtet in der Feme. Mandy (11) legt das Lasergewehr an, zielt, drückt ab - und trifft genau ins Schwarze, Pardon, ins Grüne. Stolz leuchtet in ihren Augen. „Also, mir macht das echt Spaß, das Schießen hier. Und das Laufen, wenn ich mit der Lara-Marie zusammen das Schild tragen darf, sagt sie. „Das Schild", das hier gemeint ist, zeigt das Wappen der Burhofschützen Scholven, die sich 1826 gründeten und heute im Keller der Hauptschule an der Mehringstraße trainieren. Bei offiziellen Anlässen darf der Nachwuchs das Schild hier auch schon einmal tragen. Denn der Nachwuchs ist in diesem Verein (Schützen)König. „In diesem Jahr haben wir begonnen, eine neue Jugendabteilung aufzubauen", erklärt Wolfgang Behlmer, der Vorsitzende. „Derzeit haben wir sieben Mitglieder im Alter zwischen fünf und elf Jahren, zwei weitere haben schon angefragt." Der Hintergrund für das intensive Werben um die Knirpse: Die Schützen plagen Nachwuchssorgen, denn wie vielen Vereinen droht auch hier, dass ein ganzer Zweig wegbricht, und mit ihm die Tradition. „Derzeit haben wir noch knapp 60 aktive Mitglieder, viele hingegen liegen schon auf den Friedhöfen in der Umgebung", formuliert es Wolfgang Behlmer sehr plakativ. „Es ist also höchste Zeit, dass wir uns intensiv um den Nachwuchs kümmern." Doch so einfach ist das gar nicht, denn Kinder unter 12 Jahren dürfen nicht mal unter Aufsicht eine richtige Waffe bedienen. So müssen teure Laserwaffen oder computergesteuerte Scatt-Anlagen her, die den Schuss mit Licht- oder Schallsignalen simulieren. „So eine Anlage kostet rund 1800 Euro. Wir überlegen, uns eine zuzulegen. Aber selbst das ist derzeit noch zu teuer", sagt Behlmer und zeigt, wie es funktioniert: Eine Gewehr-Attrappe sendet Signale aus, die ein Laptop empfängt. So wird nicht nur der „Schuss" verzeichnet, sondern auch der Weg dorthin. Die Linie flackert nervös über den Bildschirm. „Die Kinder finden das toll. Sie sollen vor allem lernen, die Waffe ganz ruhig zu halten, denn als Zappelphilipp hat man keine Chance", erklärt Behlmer. Jason (6) bestätigt: „Man muss sich ganz doll konzentrieren, sonst funktioniert das nicht." Ab dem nächsten Sommer wollen die Burhofschützen mit dem Nachwuchs auch Sommer Biathlon trainieren - die kleinen Schützen können es kaum erwarten.
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